Leistungskonzept

1.         Aufnahmekriterien: 

Die Aufnahmekriterien sind durch die Statuten der Stiftung definiert und werden so für die kantonale Planung berücksichtigt.

Die SSEB, Stiftung des Seebezirks für Erwachsene Behinderte, betreut erwachsene Personen im Alter zwischen 18 und 65 Jahren mit einer geistigen und/oder körperlichen Behinderung und/oder cerebralen Lähmung. 

Im Rahmen der durch die kantonale Planung definierten Aufnahmekapazitäten werden somit Personen aufgenommen, die

sich in einer anderen inner- oder ausserkantonalen Institution aufhalten und   wechseln möchten.

in der Lage sind, sich selbständig fortzubewegen, mit oder ohne Rollstuhl

die durch ihr psychisches Verhalten die anderen Personen nicht gefährden

die keiner regelmässigen und erheblichen medizinischen Pflege bedürfen


2.         Aufnahme


Aufnahme und Anstellung eines/r Mitarbeiters/in und/oder Bewohners/in sind in Arbeitsprozessen geregelt.


Ein Anstellungsvertrag gemäss Schweizerischem Obligationenrecht  und/oder ein Wohnformvertrag werden abgeschlossen und unterzeichnet. 

Jede aufgenommene Person erhält ein leicht verständliches  Reglement.

3.         Austritt

Das Austrittsverfahren ist in einem Arbeitsprozess geregelt. Gegen einen Austrittsentscheid kann rekurriert werden. Das Rekursverfahren ist Gegenstand eines Arbeitsprozesses.


4.         Kostenbeteiligung der aufgenommenen Personen:

Die finanziellen Beteiligungen seitens der betreuten Personen für Anteil an Hilflosenentschädigung, Kosten für Mahlzeiten und Transporte sowie Tagespauschalen für Bewohner der Wohnform sind durch die kantonalen Reglemente geregelt.  Der individuelle Tagesansatz wird unter Anwendung dieser Reglemente aufgrund der Berechnung der Ergänzungsleistungen definiert.

5.         Lohn für geleistete Arbeit:

Die in den Werkstätten der SSEB geleistete Arbeit wird entlöhnt.

Die Lohnpolitik der SSEB richtet sich nach den Richtlinien des Bundesamtes für Sozialversicherungen über die Gewährung von Betriebsbeiträgen an Werkstätten für Dauerbeschäftigung Invalider.

Der individuelle Lohn wird aufgrund der im Rahmen des Arbeitsprozesses "Arbeiten in der Werkstatt" stattfindenden regelmässigen Evaluationen  definiert.

6.         Förderprogramm:

6.1.     Autonomie:

Es ist Ziel der SSEB, die Autonomie der betreuten Personen im Rahmen der individuellen Möglichkeiten zu fördern

6.2.     Beschäftigung:

Die behinderten Mitarbeiter/innen der SSEB sollen in den Werkstätten die Möglichkeit erhalten, ihre angelernten Fähigkeiten zu üben und weiterzuentwickeln. 

Das Arbeitsangebot umfasst sowohl Eigenproduktionen in diversen Bereichen wie das Erledigen von Zulieferaufträgen oder das Erbringen von Dienstleistungen.

Die angebotenen Produkte und Leistungen entsprechen in ihrer Qualität dem Niveau der freien Wirtschaft. Die Anpassung des Betriebes an die Behinderung seiner Mitarbeiter/innen erfolgt somit mittels Arbeitsmethoden und -Organisation, Betreuung am Arbeitsplatz sowie Einsatz von geeigneten Hilfsmitteln. 

Arbeitsklima und - Rhythmus tragen der eingeschränkten Belastbarkeit der behinderten Mitarbeiter Rechnung.  

6.3.     Soziale Kontakte:

Wenn immer möglich wird der Kontakt zur Welt ausserhalb des geschützten Rahmens gefördert

Fördern des Bewusstseins für Sinn und Zweck der geleisteten Arbeit (Kontakt mit Kunden, Produktbewusstsein, Mithilfe an Verkaufsständen).

Sportliche Aktivitäten und Besuche von Veranstaltungen.

Freizeitaktivitäten in der Wohnform gemäss Arbeitsprozess "Wohnen in der Wohnform"

Individuelle Förderpläne

6.4.     Mitwirken

Mitarbeiter und Bewohner der SSEB wirken in verschiedenen Bereichen des Betriebes und des Zusammenlebens direkt mit

-           Reinigung und Verpflegung innerhalb der Werkstätten
-           Administrative Arbeiten
-           Haushalt in der Wohnform

und ihren Vorschlägen und Wünschen wird Rechnung getragen.

6.5.     Individuelle Förderpläne:

Für jede/n Mitarbeiter/in und Bewohner/in wird bei Eintritt ein Förderplan erstellt. Die Ausarbeitung erfolgt in Absprache mit allen beteiligten Organismen (Eltern, Vormund. Arzt usw.). Die individuellen Förderpläne umfassen sowohl den Arbeits- wie auch den Wohnbereich. Es werden langfristige Zielsetzungen formuliert die mittels klar definierten Teilschritten zu erreichen sind. Die Ueberprüfung erfolgt im Rahmen des Evaluationssystems (1.7.).

Im Rahmen der individuellen Förderplanung ist die Zusammenarbeit mit externen Organismen wie Bildungsklub und andere Anbieter von Möglichkeiten zur Weiterbildung vorgesehen.

Die Förderplanung ist in den Arbeitsprozessen "Arbeiten in der Werkstatt" und "Wohnen in der Wohnform" geregelt.

7.         Evaluationssystem:

Das Evaluationssystem basiert auf einem Terminierungssystem, das die Organisation von regelmässigen Evaluationsgesprächen mit oder ohne Beteiligung der gesetzlichen Vertreter garantiert. 

-           Evaluation der Zufriedenheit der betreuten Personen
-           Standortbestimmung gemäss Förderplan und Definition von Zielsetzungen     
-           Evaluation (mit Lohnberechnung).

Das Evaluationssystem ist klar definiert und basiert auf transparenten, für alle betreuten Personen gleichermassen angewandten Kriterien.

Das Evaluationssystem ist Bestandteil der Arbeitsprozesse "Arbeiten in der Werkstatt" und "Wohnen in der Wohnform".

8.         Betreuung:

Die Betreuung erfolgt durch ein Team, dessen Mitglieder durch ihre Aus- und Weiterbildung und ihre Berufserfahrung in der Lage sind, die verschiedenen Bereiche der Institution abzudecken:

-           pädagogische Begleitung
-           Betrieb
-           Pflege
-           erzieherische Begleitung 

Die Betreuungsarbeit basiert in erster Linie auf dem Umsetzen der individuellen Förderpläne.  

9.         Verpflegung: 

Die Organisation des Betriebes ist so strukturiert, dass die Verpflegung den individuellen Bedürfnissen und Einschränkungen jeder einzelnen betreuten Person Rechnung trägt. 

Einer ausgeglichenen und gesunden Ernährung wird ein ganz besonderes Gewicht beigemessen. 

Die Verpflegung ist durch die Arbeitsprozesse "Ernährung Werkstatt" und "Ernährung Wohnform" geregelt.

10.      Pflege:

Die Pflege im medizinischen Sinn beschränkt sich ausschliesslich auf das Ausführen von Anweisungen seitens des Arztes (Diät usw.) und die Abgabe von Medikamenten gemäss Rezept.

Sie ist in den Arbeitsprozessen "Aerztliche Betreuung" und "Medikation" geregelt.


11.      Prävention und Sicherheit:

In allen Bereichen der SSEB wird der Sicherheit und der Hygiene ein besonderes Gewicht beigemessen. Das Sicherheitskonzept wird im Rahmen der Branchenlösung MSST umgesetzt.

Hygiene und Medikation sind in den Arbeitsprozessen "Medikation" und "Unterhalt und Reinigung" geregelt.

12.      Wohnen

Die Privatsphäre der Bewohner ist durch geeignete Massnahmen wie Einzelzimmer usw. gewahrt. Die Zusammensetzung der Wohngruppen erfolgt nach Möglichkeit unter Beachtung der Kompatibilität der einzelnen Mitglieder insbesondere bezüglich Alter, Behinderung  und Autonomiegrad. 

Das individuelle Gestalten des Lebensraumes wird gefördert.

Die entsprechende Regelung ist Bestandteil des Arbeitsprozesses "Wohnen in der Wohnform".

13.      Beschwerden

Das Beschwerdeverfahren ist in einem Arbeitsprozess geregelt. Es sind dafür drei Instanzen vorgesehen:

            1.         Direktion
            2.         Stiftungsrat
            3.         Sozialfürsorgeamt des Kantons Freiburg